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Einfach mal Ja sagen – Warum der Ja-Tag das Selbstbewusstsein deines Kindes stärkt

  • Autorenbild: Matthias Wald
    Matthias Wald
  • 3. Juni 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Die Autonomiephasen sind echte Meilensteine in der Entwicklung von Kindern. Sie fordern uns als Eltern heraus – und zeigen gleichzeitig, was Kinder brauchen, um innerlich stark zu werden.


Was passiert in den Autonomiephasen?

In der ersten Autonomiephase (rund ums zweite Lebensjahr) wollen Kinder alles selbst machen. Schuhe anziehen, Wasser eingießen, die Mütze verkehrt rum tragen – Hauptsache: eigenständig. In der zweiten Autonomiephase (ab etwa 4–5 Jahren) geht’s einen Schritt weiter: Kinder wollen selbst entscheiden. Sie wollen wählen, mitbestimmen, erleben, dass sie Einfluss haben.

Und genau hier setzt der Ja-Tag an.


Was ist ein Ja-Tag?

Ein Ja-Tag ist ein Tag, an dem dein Kind entscheidet – was gegessen wird, wohin ihr geht, was gespielt wird, wann es schlafen geht. Klingt verrückt? Vielleicht. Aber auch ziemlich mutig und kraftvoll. Denn an diesem Tag steht die Selbstbestimmung deines Kindes im Mittelpunkt.


Aber Moment: Nur Fernsehen und Süßes?

Nein, der Ja-Tag ist kein Freifahrtschein. Es gibt ein paar klare Rahmenbedingungen:

  • Sicherheit geht vor. Alles, was gefährlich ist, ist ausgeschlossen.

  • Gesundheit bleibt im Blick. Ein Eis zum Frühstück? Vielleicht. Zehn Eis am Stück? Nein.

  • Echte Wahl statt Verführung. Es geht nicht darum, das Kind zu „überfüttern“, sondern zu begleiten: „Was würdest du gerne machen? Und was brauchst du heute besonders?“

Wichtig ist: Die Eltern setzen den Rahmen. Innerhalb dessen darf das Kind sich frei entfalten. Das fühlt sich für viele Kinder an wie ein Geschenk – weil es ernst genommen wird.


Was macht der Ja-Tag mit der Beziehung?

  • Dein Kind erlebt: „Ich habe Einfluss. Meine Stimme zählt.“

  • Du zeigst: „Ich vertraue dir. Ich bin neugierig auf deine Welt.“

  • Die Verbindung wird gestärkt – jenseits von Machtkämpfen und Alltag.

Gerade in einer Zeit, in der vieles getaktet und fremdbestimmt ist, erleben Kinder beim Ja-Tag, wie es sich anfühlt, Raum zu haben. Und du lernst vielleicht ganz neue Seiten an deinem Kind kennen.


Der Ja-Tag als GFK-Tag

In der Haltung der Gewaltfreien Kommunikation ist der Ja-Tag eine Einladung zur echten Verbindung. Wir hören zu, beobachten, fragen nach Bedürfnissen – und sagen Ja, wo es möglich ist. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus echter Beziehung.

Denn hinter jedem Wunsch steckt ein Bedürfnis: nach Freiheit, Spaß, Kontakt, Wirksamkeit. Wenn wir das sehen, entsteht Verständnis – und Vertrauen. Und manchmal reicht ein einziger Tag, um all das zu stärken.


Fazit: Ein Ja-Tag ist kein Erziehungs-Trick. Es ist ein Beziehungstag. Ein Tag, an dem Kinder erleben dürfen: Ich darf sein, wie ich bin. Ich darf wollen. Und ich werde gehört. Und das ist manchmal viel heilsamer als jedes „richtige“ Nein.

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