top of page

Zähneputzen – Warum es nicht um Zähne geht, sondern um Verbindung

  • Autorenbild: Matthias Wald
    Matthias Wald
  • 3. Juni 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Es ist früh am Morgen. Die Uhr tickt. Kita, Arbeit, Termine. Und dann das:„Ich will nicht Zähne putzen!“

Wir stehen da, Zahnbürste in der Hand, Nerven auf Anschlag. Es soll doch nur ein kurzer Moment sein – rein mit der Bürste, fertig. Aber für unser Kind ist es mehr als das.


Warum wir beim Zähneputzen so oft an unsere Grenzen kommen

In diesen Situationen geht es nicht nur um Zahnhygiene. Es geht um Bedürfnisse. Und die sind oft ganz andere als unsere:Vielleicht braucht das Kind gerade Nähe. Vielleicht fehlt ihm Leichtigkeit, Spiel, ein Moment Verbindung. Vielleicht fühlt es sich einfach übergangen in einer Zeit, in der alle schon im Funktionsmodus sind.Und wir? Wir sind gestresst, müde, unter Druck. Unser Bedürfnis: Klarheit, Tempo, ein reibungsloser Ablauf.

Hier prallen Welten aufeinander.


Was die GFK hier verändern kann

Die Gewaltfreie Kommunikation hilft, einen Schritt zurückzutreten – und neu hinzuschauen. Nicht: „Das muss jetzt aber!“ Sondern: „Was ist da gerade los – bei meinem Kind und bei mir?“


Die vier Schritte helfen uns, in Verbindung zu bleiben:

  1. Beobachtung: „Du sagst, du willst nicht Zähne putzen.“

  2. Gefühl: „Ich bin gerade ungeduldig und gestresst.“ / „Du wirkst wütend oder traurig – stimmt das?“

  3. Bedürfnis: „Ich brauch heute Morgen Klarheit und Ruhe.“ / „Du brauchst vielleicht gerade Nähe oder Spiel?“

  4. Bitte: „Wollen wir zusammen überlegen, wie wir das Zähneputzen heute mal anders machen – mit Musik, oder du putzt erst meinem Zahnmonster die Zähne?“

Es geht nicht darum, das Kind immer „gewinnen zu lassen“. Es geht darum, dass es sich gesehen fühlt. Und dass wir unseren eigenen Stress nicht einfach durchsetzen, sondern ernst nehmen – ohne ihn abzuladen.


Verbindung statt Machtkampf

Wenn wir mit GFK reagieren, entsteht oft genau das, was Kinder am meisten brauchen: Kein „Wenn du jetzt nicht…“, sondern: „Ich bin da. Ich sehe dich. Ich nehme dich ernst – auch mit deinem Nein.“

Und oft reicht genau das, um ein echtes Ja zu ermöglichen.


Bedingungslose Liebe beginnt im Kleinen

Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen authentische Begleitung. Und morgens – zwischen Zahnbürste, Jacke und Frühstück – beginnt das.Wenn wir es schaffen, statt zu kämpfen kurz innezuhalten, entsteht Raum: für Verbindung. Für Vertrauen. Für einen neuen Start.


Kommentare


bottom of page