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Warum wir Zugang zu allen vier Grundgefühlen brauchen

  • Autorenbild: Matthias Wald
    Matthias Wald
  • 3. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Gefühle sind kein Luxus. Sie sind unser inneres Navigationssystem – wie ein Kompass, der uns zeigt, wo wir stehen und was wir brauchen. Doch viele von uns haben im Laufe ihres Lebens gelernt, bestimmte Gefühle zu verdrängen. Vielleicht, weil wir als Kinder gehört haben: „Sei nicht so empfindlich“, „Hör auf zu weinen“ oder „Wütend sein bringt doch nichts“. Was damals Schutz geboten hat, führt heute oft dazu, dass wir den Zugang zu unseren eigenen Gefühlen verlieren.

Das Fatale daran: Gefühle verschwinden nicht, wenn wir sie unterdrücken. Sie suchen sich einen anderen Weg. Haben wir zum Beispiel verlernt, Trauer zuzulassen, springt sie oft auf die Schattenseite von Wut – und wir explodieren in Momenten, die uns selbst überraschen. Unterdrücken wir Angst, verwandelt sie sich in Rückzug oder übermäßige Kontrolle. Dürfen wir Wut nicht zeigen, rutscht sie in Resignation oder stille Traurigkeit ab. Und selbst Freude kann kleiner werden, wenn wir uns ständig einreden, dass wir uns „nicht zu früh freuen sollten“.


In der Gewaltfreien Kommunikation sprechen wir von vier zentralen Grundgefühlen:

  1. Freude

  2. Trauer

  3. Angst

  4. Wut


Jedes dieser Gefühle ist wichtig, weil es uns auf unsere Bedürfnisse hinweist. Freude zeigt uns, dass etwas im Einklang mit unseren Bedürfnissen ist. Trauer weist darauf hin, dass wir etwas Wertvolles verloren haben. Angst macht uns aufmerksam darauf, dass wir Sicherheit brauchen. Und Wut signalisiert, dass eine Grenze überschritten wurde.

Alle Gefühle sind in Ordnung. Sie sind keine Störung, sondern eine Botschaft. Wenn wir sie nicht zulassen, verlieren wir den Kontakt zu unseren Bedürfnissen – und damit auch zu uns selbst. Stellen wir uns kurz vor unser Auto zeigt und eine rote Warnlampe. Wären wir nicht dankbar über den Hinweis und würden der Meldung nachgehen. Oder sagen wir dem Fahrzeug, es passt gerade nicht und es solle doch die Lampe später leuchten lassen? Wenn wir das Gedankenspiel noch weiter gehen wollen, können wir uns gerne fragen, wie sich die unterschiedlichen Herangehensweisen auf die zukünftigen Autofahrten auswirken könnte.

GFK lädt uns dazu ein, Gefühle nicht zu bewerten oder wegzuschieben, sondern sie neugierig zu hören. Das klingt leichter als es ist, da wir bestimmt anders "erzogen" wurden. Damit meine ich nicht nur die Dinge, die unsere Eltern zu uns gesagt haben. Es geht auch um die Dinge, die wir im Verhalten bei anderen Menschen gesehen haben.


Gefühle sind unsere Verbündeten. Wenn wir ihnen zuhören, entsteht Selbstverbindung – und genau daraus erwächst die Fähigkeit, auch anderen in Verbindung zu begegnen. Ob im Teammeeting, im Kita-Alltag oder am Küchentisch: Unsere Gefühle sind Wegweiser zu einem authentischeren Leben.

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